Wissenswertes über Feldsteinmauern

Feldsteinmauerwerke gehören zu den sogenannten Natursteinmauern, da sie aus unbearbeiteten Steinen natürlicher Herkunft bestehen. Feldsteinmauern werden in verschiedenen Varianten geschichtet, sodass sich unterschiedliche Mauerwerksansichten ergeben. Sie können als freistehende und als angelehnte Begrenzungen eingesetzt werden.
Bei den Feldsteinmauern zeigt sich eine spezielle Eigenheit, denn sie werden vorwiegend doppelwandig gefertigt. Für die Befüllung des entstandenen Zwischenraums werden Erde oder Kies eingesetzt. Meist erfolgt nach der Fertigstellung eine Bepflanzung mit Mauerpflanzen, die dem Bauwerk durch die Wurzelbildung eine zusätzliche Haltbarkeit verleihen. Im Gegensatz zu anderen Natursteinmauerwerken ist es beim Feldsteinmauerwerk vorteilhaft, dieses nicht lotrecht zu arbeiten, um eine Instabilität zu vermeiden.

Einsatz von Natur- und Feldsteinmauern


Auf Grund ihres natürlichen, mittelalterlichen und rustikalen Aussehens ist ein Mauerwerk aus Feldstein in seinen abweichenden Fertigungsarten eine hervorragende Variante, um sowohl Einfriedungen in Parks, an Gärten und Friedhöfen umzusetzen. Diese Mauerwerke bestechen durch eine schlichte und dennoch anspruchsvolle Optik, ermöglichen sie sogar eine Bepflanzung.

Arten von Feldsteinmauern

Innerhalb der Mauerwerke aus Naturstein werden beim Feldsteinbau neben Feldsteinmauern Bruchstein- und Zyklopenmauerwerke hergestellt. Feldsteinmauern gehören zu den Trockenmauern, da die einzelnen Natursteine teilweise ohne Verwendung von Verbindungsmaterialien durch Übereinanderschichtung zu einer stabilen Begrenzung zusammengefügt werden. Eine Mauer aus Feldstein ist ein ökologisch wertvolles und natürliches Begrenzungsareal, welches sich hervorragend in die natürliche Umgebung einpasst.

Zyklopenmauerwerke gehören ebenfalls zu den Feldsteinmauern, sie sind eine Spezialform der Bruchsteinmauerwerke und werden unter Einbeziehung enorm großformatiger und ungleichmäßig geformter Steine beim Feldsteinbau hergestellt. Die Basis für ein Zyklopenmauerwerk ist ein nicht lagerhafter Feldstein. Er ist die Voraussetzung für das Entstehen des polygonalen Aussehens und das Fehlen vertikal verlaufender Lagerfugen. Durch die verschiedenartige Beschaffenheit der einzelnen Steine entsteht eine zur Vorderseite hin glatte Oberfläche.

Die Errichtung eines Zyklopenmauerwerks besitzt im Feldsteinbau eine zentrale Bedeutung und bedarf eines professionellen handwerklichen Aufwandes. Um die nachhaltige Stabilität und exakte Ausführung der Arbeiten zu gewährleisten, ist es sinnvoll, einen fachlich versierten Handwerker einzuschalten, der Erfahrung und Kenntnisse im Feldsteinbau hat.

Grundsätzlich bedarf es bei der Errichtung einer Zyklopenmauer einer vorherigen Einschalung. Charakteristisch für diese Natursteinmauerart sind gleichsam die rück- und vorderseitige Begrenzung und der zu befüllende Zwischenraum. Um ein gewünschte Stabilität und Mauerhöhe zu gewährleisten, werden die Feldsteine untereinander mit Mörtel fixiert.

Dies erfolgt mit einer enormen Präzision, sodass die entstehenden Zwischenräume sehr schmal sind. Hohlraumbildungen sind beim Feldsteinbau einer Zyklopenmauer nicht üblich. Für die Befüllung der typischen zweischaligen Ausführung der Zyklopenmauer werden vielfach Steine und Lehm benutzt. Der Aufwand bei der Errichtung einer Zyklopenmauer ist recht umfangreich, denn es werden nicht vorbehauene oder nur in geringem Maß vorbehandelte Feldsteine genutzt.

Das eigentümliche farbliche Erscheinungsbild ergibt sich daraus, dass hauptsächlich Feldsteine verbaut werden, die nur unter großen Anstrengungen bearbeitbar sind. Beim Feldsteinbau einer Zyklopenmauer sind extrem harte Gesteinsarten die regulär eingesetzten Materialien.

Begonnen wird mit den Schichtungsarbeiten immer an den begrenzenden Seitenwänden, denn eine Mauer aus Feldstein ist ein Bauwerk aus zwei Wänden, welche in der Mitte verfüllt werden. Sie stellt daher eine doppelte, stabile und wetterfeste Mauer dar. Beide Wände, die Rück- und die Vorderwand werden durch Übereinanderstapeln der Steine gefertigt. In den Zwischenraum werden Materialien aus Erde, Kies oder anderen Steinen gefüllt.

Das Mauern einer Zyklopenbegrenzung im Feldsteinbau ist extrem mühsam, sehr zeitaufwendig und setzt neben einem intensiven Wissen, Erfahrung und der nötigen technischen Ausstattung einen Fabel für den Einsatz von naturbelassenem Feldstein voraus. Während der Errichtungsarbeiten müssen die Hartgesteine mit leistungsstarken Maschinen und Muskelkraft gespalten und aufgeschichtet werden.

Nur wenige Handwerksbetriebe sind für diese Tätigkeiten ausreichend ausgerüstet und haben ihre Faszination zum Naturstein und dessen schwieriger Bearbeitung nicht verloren. Darüber hinaus sind viele Aspekte zu beachten, um dem Mauerwerk die sichere Stabilität, gewünschte Form, Höhe und Standfestigkeit zu verleihen. In diesem Zusammenhang sind wie bei Mauerwerk aus künstlich geschaffenen Steinen auch beim Einsatz von Feldstein spezielle Vorschriften und Normierungen zu beachten. Dies betrifft beispielsweise die Realisierung der Mauerecken, das Umsetzen von Stoßfugen und die Verwendung von Mörtel.

Beim Zyklopenmauerwerk wird der entsprechend passend gehauene Feldstein mit Mörtel umgeben und dann maßgerecht in entstandenen Hohlräume eingesetzt, sodass nur minimale Fugen entstehen. Diese Arbeiten sind zeitintensiv und benötigen neben dem handwerklichen Können gleichsam eine künstlerische und kreative Ader.